Die Brandts Kapelle

Die Brandts Kapelle soll leben

Die Brandts Kapelle lebt. Es gibt Gottesdienste, Kulturprogramme, Feste. Die Menschen kommen gerne in ihr Kapellchen. Warum dieser Appell? Die Kapelle ist bedroht, mehr als zunächst sichtbar ist. Doch wenn man genau hinschaut, sind die Schäden mit bloßem Auge zu erkennen. Längst hat sich ein Team aus Fachleuten gebildet, die sich um Lösungen bemühen.

Das Ziel: 8333 Bausteine.
Jeder Baustein im Wert von 6 Euro ist ein kleiner Schritt zur Erneuerung der Kapelle.

Die Kapelle muss saniert werden

Eine Spendenkampagne ist 2017 angelaufen. Gleichzeitig sind Anträge gestellt worden, um alle Ebenen einzubinden, die ein Interesse daran haben, dass dieses lebendige Denkmal erhalten bleibt: Bistum, Denkmalbehörden, Land. Doch ohne große eigene Anstrengungen würde das nicht gehen.

Die Schäden

Chorraum: Hier sind starke Ausblühungen bereits deutlich zu erkennen.

Empore: Beim Ausbau der Orgel wird großflächige Feuchtigkeit sichtbar – Folge des maroden Mauerwerks. Ohne Sanierung kann die Orgel nicht mehr eingebaut werden.

Wände: Ist die Feuchte erst einmal in der Wand, bilden sich rasch Salze, die in der Regel zum wärmeren Ort wandern, also nach innen. So werden dann letzlich die Wandmalereien auch zerstört

Maßnahmen: Ein Maßnahmenkonzept wird interdisziplinär mit Fachleuten und der Denkmalpflege abgesprochen. Daraus folgt nun der planerische Ablauf bis zur Vergabe von Arbeiten, die an einem so besonderen Objekt nur von sehr erfahrenen Spezialisten erbracht werden können. Im Zuge der Kartierierung der Schäden wurden bereits detaillierte Planzeichnungen der gesamten Kapelle erstellt.

Die Brandts Kapelle ist seit der Erbauung fast im Originalzustand erhalten geblieben.

Die Brandts Kapelle ist seit der Erbauung fast im Originalzustand erhalten geblieben.

Ein ganz besonderer Ort

Wer vor der Brandts-Kapelle in der Rudolfstraße steht, wird zunächst durch ein kleines Schild „Denkmal“ darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Ort ein ganz besonderer ist. Viele in Mönchengladbach kennen das „Brandts-Kapellchen“, sind dort getauft worden, sind im neben der Kapelle stehenden Aloysius-Stift oder in der KiTa zwischen Kapelle und Stift in den Kindergarten gegangen, haben in der Kapelle Schulgottesdienste gefeiert.

Kaum jemand aber weiß, dass an diesem Ort deutsche Geschichte geschrieben worden ist und dass hier die Wiege des „sozialen und politischen Katholizismus“ steht. Franz Brandts, der Fabrikant, hatte seine Fabrik neben dem Kapellchen stehen. Es wurde 1896 zum Gedächtnis an den Sohn Rudolf, der im Alter von 21 Jahren an der Tuberkulose gestorben war erbaut. Franz Brandts und sein Freund, der junge Priester Franz Hitze, waren Leute der Praxis. Sie wollten die Lage der Arbeiterschaft, die damals sehr schlecht war, verbessern. Bald nach der Gründung des Volksvereins im Jahr 1890 wurde Franz Hitze Abgeordneter im Preußischen Landtag und wenig später im Berliner Reichstag. Er avancierte zum sozialpolitischen Sprecher der Reichstagsfraktion des Zentrums und wurde der erste Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Uni Münster.

Franz Brandts und Franz Hitze haben im Brandt’schen Betrieb ausprobiert, wie die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Kleinen der damaligen Gesellschaft, groß gemacht werden können.
Die Kinderarbeit wurde abgeschafft, die Arbeitszeit zurückgefahren, die Löhne erhöht. Frantz Brandts und Franz Hitze probierten praktisch aus, wie eine Krankenversicherung für Arbeiterinnen und Arbeiter aussehen könnte. Das Sterbegeld wurde eingeführt und eine Menge Mitbestimmungsrechte („Fabrikordnung“, bereits ab 1885).
Wenn sich die ausprobierten Projekte als praktikabel herausstellten, wurden die Ergebnisse in der Zentrale des Volksvereins auf der damaligen Sandstraße (heute Windthorststraße) in Gesetzesform gegossen und durch Franz Hitze in den Reichstag eingebracht. So wurden die Arbeiterschutzgesetze seit 1891 geltendes Recht. Die „Wiege“ des sozialen und politischen Katholizismus“ hat auch in den Folgejahren viele soziale gesetzgeberische Maßnahmen hervorgebracht.
Denk-mal, sagt das kleine Schild an der Außenmauer des Brandts-Kapellchens. Denk mal nach. Und setze dich ein für soziale Gerechtigkeit: wo immer du kannst. Eine der Möglichkeiten: Komm und besuche den TaK, den Treff am Kapellchen neben der Kapelle, die Kirche und die Gemeinschaft der Arbeitslosen und Armen.

Edmund Erlemann

Edmund Erlemann und "seine" Kapelle (Foto: RP)

Edmund Erlemann und "seine" Kapelle (Foto: RP)

Spenden Sie Bausteine

8333 Bausteine sind das Spendenziel. Jeder Baustein im Wert von 6 Euro ist ein kleiner Schritt zur Erneuerung der Kapelle.

Jeder Beitrag ist gleich viel wert und wird auf dem großen Spendenbarometer in der Kapelle vermerkt. So bauen viele Leute gemeinsam ein Haus, das sie auch gemeinsam bewohnen. Jeder Beitrag, jedes Interesse, der Besuch von Gottesdiensten und Veranstaltungen rund um den TaK, stärkt die wachsende „Kapellchen-Gemeinde“
und erhält die Brandts Kapelle lebendig.

Spendenkonto

Förderverein Stiftung Volksverein Stadtsparkasse Mönchengladbach
IBAN: DE33|3105|0000|0003|1808|25

Kennwort: Die Brandts Kapelle soll leben

Ihre Spende ist steuerlich abzugsfähig. Wir senden Ihnen automatisch eine Spendenquittung zu. Dazu müssen Sie Ihre Adresse auf der Überweisung angeben.

TaK – Treff am Kapellchen

Rudolfstraße 7
41068 Mönchengladbach
Tel. 021 61/912 613
Leiterin: Sr. Luzia Schmuki
luzia.schmuki@stiftung-volksverein.de

Der Treff bei Facebook

Förderverein Stiftung Volksverein Mönchengladbach e.V.

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41061 Mönchengladbach
Büro (Mo-Do) Tel: 021 61/80 98 85
Geschäftsführer: Johannes Eschweiler
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