Die Brandts Kapelle

Ein ganz besonderer Ort

Wer vor der Brandts-Kapelle in der Rudolfstraße steht, wird zunächst durch ein kleines Schild „Denkmal“ darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Ort ein ganz besonderer ist. Viele in Mönchengladbach kennen das „Brandts-Kapellchen“, sind dort getauft worden, sind im neben der Kapelle stehenden Aloysius-Stift oder in der KiTa zwischen Kapelle und Stift in den Kindergarten gegangen, haben in der Kapelle Schulgottesdienste gefeiert.

Kaum jemand aber weiß, dass an diesem Ort deutsche Geschichte geschrieben worden ist und dass hier die Wiege des „sozialen und politischen Katholizismus“ steht. Franz Brandts, der Fabrikant, hatte seine Fabrik neben dem Kapellchen stehen. Es wurde 1896 zum Gedächtnis an den Sohn Rudolf, der im Alter von 21 Jahren an der Tuberkulose gestorben war erbaut. Franz Brandts und sein Freund, der junge Priester Franz Hitze, waren Leute der Praxis. Sie wollten die Lage der Arbeiterschaft, die damals sehr schlecht war, verbessern. Bald nach der Gründung des Volksvereins im Jahr 1890 wurde Franz Hitze Abgeordneter im Preußischen Landtag und wenig später im Berliner Reichstag. Er avancierte zum sozialpolitischen Sprecher der Reichstagsfraktion des Zentrums und wurde der erste Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Uni Münster.

Franz Brandts und Franz Hitze haben im Brandt’schen Betrieb ausprobiert, wie die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Kleinen der damaligen Gesellschaft, groß gemacht werden können.
Die Kinderarbeit wurde abgeschafft, die Arbeitszeit zurückgefahren, die Löhne erhöht. Frantz Brandts und Franz Hitze probierten praktisch aus, wie eine Krankenversicherung für Arbeiterinnen und Arbeiter aussehen könnte. Das Sterbegeld wurde eingeführt und eine Menge Mitbestimmungsrechte („Fabrikordnung“, bereits ab 1885).
Wenn sich die ausprobierten Projekte als praktikabel herausstellten, wurden die Ergebnisse in der Zentrale des Volksvereins auf der damaligen Sandstraße (heute Windthorststraße) in Gesetzesform gegossen und durch Franz Hitze in den Reichstag eingebracht. So wurden die Arbeiterschutzgesetze seit 1891 geltendes Recht. Die „Wiege“ des sozialen und politischen Katholizismus“ hat auch in den Folgejahren viele soziale gesetzgeberische Maßnahmen hervorgebracht.
Denk-mal, sagt das kleine Schild an der Außenmauer des Brandts-Kapellchens. Denk mal nach. Und setze dich ein für soziale Gerechtigkeit: wo immer du kannst. Eine der Möglichkeiten: Komm und besuche den TaK, den Treff am Kapellchen neben der Kapelle, die Kirche und die Gemeinschaft der Arbeitslosen und Armen.

Edmund Erlemann

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Kennwort: Die Brandts Kapelle soll leben

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Edmund Erlemann und "seine" Kapelle (Foto: RP)

Edmund Erlemann und "seine" Kapelle (Foto: RP)

 

Die Sanierung der Kapelle

Nach Monaten der Fassadensanierung haben sich die Sanierungsarbeiten nun in das Innere der Kapelle verlagert.

Da die Kapelle durch die Sanierungsarbeiten aktuell für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich ist, zeigen wir Ihnen hier einige Eindrücke aus dem Inneren der Kapelle.



 

Einblick in die Kapelle

TaK – Treff am Kapellchen

Rudolfstraße 7
41068 Mönchengladbach
Tel. 021 61/912 613
Leiterin: Sr. Luzia Schmuki
luzia.schmuki@stiftung-volksverein.de

Der Treff bei Facebook

Förderverein Stiftung Volksverein Mönchengladbach e.V.

Kirchplatz 11
41061 Mönchengladbach
Büro (Mo-Do) Tel: 021 61/80 98 85
Geschäftsführer: Johannes Eschweiler
johannes.eschweiler@stiftung-volksverein.de